Erfolgreiche SAP S/4HANA-Transformation mit Brownfield-Ansatz

Ergebnisse des Projektes


  • Migration auf SAP S/4HANA erfolgreich in nur neun Monaten umgesetzt

  • Fachbereiche durch Brownfield-Ansatz kaum belastet

  • Interne IT übernahm große Teile selbst – Know-how nachhaltig aufgebaut

  • Parallele Rechnungslegung zukunftsfähig auf Ledgerlösung überführt

  • Accrual Engine eingeführt – mehr Transparenz und Automatisierung

  • Fiori-Apps etabliert – moderne, benutzerfreundliche Oberfläche

Der Kunde

Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von Werkzeugen und Elektrowerkzeug-Zubehör mit Hauptsitz in Deutschland. Es entwickelt und produziert eine breite Palette innovativer Produkte für den Heimwerker- und Profibereich, darunter Spannwerkzeuge, Bohr- und Sägehilfen sowie Werkstatt- und Transportlösungen. Besonders bekannt ist das Unternehmen für seine Eigenentwicklungen, von denen über 550 durch Patente geschützt sind.

Die Produktion erfolgt in zwei eigenen Werken in Deutschland und in der Slowakei. Diese Werke sind mit modernen Lager- und Logistikzentren ausgestattet, um eine effiziente Materialversorgung und weltweite Distribution sicherzustellen. Das Unternehmen setzt auf moderne Lagerverwaltungs- und Logistiksysteme, um seine Produkte schnell und effizient an über 50 Vertriebsländer zu liefern.

Mit rund 700 Mitarbeitern weltweit und einem klaren Fokus auf Qualität und Innovation zählt das Unternehmen zu den wichtigsten Akteuren im Bereich Werkzeug- und Zubehörentwicklung.

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Millionen € Umsatz (zum Projektzeitpunkt)
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Mitarbeiter weltweit (zum Projektzeitpunkt)
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patentgeschützte Produkte (zum Projektzeitpunkt)
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Länder weltweit als Vertriebspartner (zum Projektzeitpunkt)

Herausforderungen auf einen Blick


  • Komplexität durch Altlasten aus früheren organisatorischen Änderungen

  • Enger Zeitrahmen mit hohen Qualitätsanforderungen

  • Migration technischer Komponenten mit hoher fachlicher Abhängigkeit

  • Notwendigkeit zur schnellen Qualifikation des internen Teams

Die Herausforderung

Trotz der insgesamt strukturierten Vorgehensweise war das Projekt von mehreren anspruchsvollen Rahmenbedingungen geprägt. Insbesondere wirkten sich Altlasten aus früheren organisatorischen Veränderungen auf die Systemlandschaft und Prozessstrukturen aus, was die Analyse und Abstimmung in einzelnen Bereichen komplexer gestaltete als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig erforderte der enge Zeitrahmen bei unverändert hohen Qualitätsanforderungen ein sehr präzises Projektmanagement sowie eine konsequente Priorisierung aller Maßnahmen.

Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich aus der Migration technischer Komponenten, die in vielfältigen fachlichen Abhängigkeiten standen und daher nur mit sorgfältiger Abstimmung zwischen IT und Fachbereichen umgesetzt werden konnten. Parallel dazu musste das interne Team in kurzer Zeit umfassend qualifiziert werden, um sowohl die neuen technischen Gegebenheiten als auch die erweiterten Verantwortlichkeiten sicher zu beherrschen. Insgesamt verlangte das Projekt damit ein hohes Maß an Koordination, Fachkompetenz und Flexibilität aller Beteiligten.

SAP S/4HANA-Transformation mit Brownfield-Ansatz

Das Projekt

Das Unternehmen steht als familiengeführter Betrieb mit über 70 Jahren Marktpräsenz für Innovationskraft und hochwertige Produkte im Heimwerkerbereich. Um auch technologisch zukunftsfähig aufgestellt zu sein, entschied sich das Unternehmen für die Einführung von SAP S/4HANA. Das Ziel bestand darin, die bestehende ERP-Umgebung zu modernisieren und den Umstieg möglichst effizient zu gestalten.

SAP Fiori ist ein von SAP entwickeltes UX-Konzept, das moderne, rollenbasierte und benutzerfreundliche Oberflächen für SAP-Anwendungen bereitstellt. Ziel von SAP Fiori ist es, komplexe SAP-Prozesse – insbesondere in Bereichen wie Logistik, Produktion, Einkauf oder Instandhaltung – intuitiv, mobilfähig und effizient nutzbar zu machen.

Die Anwendungen basieren auf dem Designprinzip „Role-based, Responsive, Simple“: Nutzer sehen nur die für ihre Rolle relevanten Funktionen, können diese auf unterschiedlichen Endgeräten (Desktop, Tablet, Smartphone) verwenden und profitieren von einer klaren, reduzierten Oberfläche. Technologisch basiert SAP Fiori meist auf SAPUI5 und lässt sich in bestehende SAP-Systeme wie S/4HANA, EWM oder ERP integrieren. Dadurch werden Prozesse beschleunigt, Fehler reduziert und die Benutzerakzeptanz deutlich gesteigert.

Mit der Einführung von SAP S/4HANA setzte der Kunde auch auf eine zeitgemäße Benutzeroberfläche: eine zentrale Fiori-Anwendungen wurden gezielt für die Bereiche Einkauf, Finance und Reporting implementiert, neben den bereits im SAP ECC durch uns implementierten SAP Fiori Apps für Packtisch und Kommissionierung.

Die neuen Apps ermöglichen eine rollenbasierte, intuitive und geräteunabhängige Nutzung. Ein klarer Mehrwert in Bezug auf Effizienz und Nutzerfreundlichkeit. Parallel zur technischen Einführung wurde ein strukturiertes Schulungskonzept umgesetzt, um die Fachbereiche frühzeitig mit den neuen Anwendungen vertraut zu machen und die Akzeptanz im Arbeitsalltag zu sichern.

Das Unternehmen setzte bei der Transformation gezielt auf einen Brownfield-Ansatz, um bestehende, gut funktionierende Prozesse und individuelles Customizing weitgehend beizubehalten. Diese strategische Entscheidung ermöglichte eine reibungsarme Migration und sorgte dafür, dass der Veränderungsaufwand für die Fachbereiche bewusst gering gehalten wurde.

Durch die Kontinuität in den Abläufen konnte der Schulungsbedarf deutlich reduziert werden. Der Fokus lag klar auf Stabilität und Effizienz – ohne dabei auf technologische Erneuerung zu verzichten.

Das Projekt wurde in enger Kooperation mit den verschiedenen Abteilungen des Kunden realisiert und war geprägt von einem partnerschaftlichen Miteinander auf Augenhöhe. Ein zentraler Erfolgsfaktor war die aktive Mitwirkung der internen IT-Abteilung des Unternehmen, die nicht nur begleitend, sondern gestaltend in das Projekt eingebunden war. Unter unserer fachkundiger Anleitung übernahm das Team des Kunden eine Vielzahl an Aufgaben eigenständig.

Das Projekt wurde in einem straffen Zeitrahmen von lediglich neun Monaten erfolgreich realisiert. Die Umsetzungsphase erstreckte sich von März bis Dezember und zeichnete sich durch eine effiziente Planung, enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und ein hohes Maß an Zielorientierung aus. Der Go-Live erfolgte wie geplant am 1. Dezember.

Bereits vor dem eigentlichen Projektstart wurde mit Weitblick die notwendige Migration auf das SAP Business Partner-Modell erfolgreich umgesetzt. Eine technische und prozessuale Voraussetzung für den Umstieg auf SAP S/4HANA.

Dieses maßgebliche Vorprojekt legte das Fundament für die Hauptmigration und ermöglichte einen reibungslosen Projektverlauf ohne grundlegende Systemabbrüche. Durch die frühzeitige Umstellung konnte die Komplexität im Hauptprojekt deutlich reduziert werden und ein wichtiger Meilenstein bereits im Vorfeld abgeschlossen werden.

Im Vorfeld der Migration wurde das bestehende SAP ECC-System einer umfassenden technischen Analyse unterzogen, um die Systemlandschaft optimal auf SAP S/4HANA vorzubereiten. Dazu zählten unter anderem der SAP Readiness Check, der Simplification Item Check, ein detaillierter Komponentencheck sowie eine ATC-Analyse (ABAP Test Cockpit).

Diese Maßnahmen ermöglichten eine frühzeitige Identifikation potenzieller Herausforderungen und boten eine solide Entscheidungsgrundlage für die weitere technische Planung. Die strukturierte Vorbereitung trug maßgeblich dazu bei, Risiken zu minimieren und einen reibungslosen Übergang in die neue Systemwelt zu gewährleisten.

Im Zuge der Migration wurde die parallele Rechnungslegung im SAP-System grundlegend modernisiert: Die bisherige Kontenlösung wurde auf die zukunftsfähige Ledgerlösung im neuen Hauptbuch umgestellt. Dieser Schritt ermöglicht eine deutlich flexiblere und transparentere Abbildung gesetzlicher und konzerninterner Anforderungen in der Finanzbuchhaltung.

Durch die Nutzung der Ledgerlösung können nun unterschiedliche Rechnungslegungsstandards effizienter und systemseitig sauber getrennt dargestellt werden, ein wichtiger Baustein für eine moderne, international ausgerichtete Finanzberichterstattung.

Im Rahmen der Systemumstellung wurde die Accrual Engine als neue Standardlösung für die Abbildung von Rückstellungen eingeführt. Die Migration auf dieses moderne SAP-Werkzeug ersetzt die bisherigen manuellen oder individuellen Rückstellungsprozesse und ermöglicht eine automatisierte, transparente und nachvollziehbare Rückstellungsbildung.

Mit der Accrual Engine profitiert das Unternehmen von einer verbesserten Integration in die Finanzprozesse, einer erhöhten Datenqualität sowie einer höheren Effizienz bei der Periodenabgrenzung.

Zusammenfassung des Projekts

Das Fazit

Mit der erfolgreichen Brownfield-Migration auf SAP S/4HANA hat das Unternehmen einen entscheidenden Schritt in Richtung zukunftsfähiger IT-Infrastruktur gemacht. Schlank, effizient und mit starker Eigenverantwortung.

Bildmaterial: © pvproductions auf Freepik, © pressfoto auf Freepik, © pvproductions auf Freepik, © pvproductions auf Freepik

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