Die Logistik und damit auch die Lagerhaltung ist ein Bereich in der Unternehmensstruktur, der von immer größerer Wichtigkeit wird. Um also die Lagerhaltung so effizient und transparent wie möglich zu gestalten, gibt es verschiedene Szenarien nach denen man die Einlagerung von Materialien durchführen kann. Diese Vorgehensweisen nennt man „Einlagerungsstrategien“.

 

Einlagerungsgrundsätze

Bevor man sich mit den Einlagerungsstrategien auseinander setzt, sollten die dazugehörigen Einlagerungsgrundsätze bekannt sein:

Was sind Einlagerungsstrategien?

Wie eingangs bereits erwähnt beschreiben die Einlagerungsstrategien, auf welche Art und Weise Güter im Lager positioniert werden. Dabei unterscheidet man generell zwischen drei verschiedenen Systemen.

Festplatzsystem

Bei einem Festplatzsystem  (auch chaotische Lagerhaltung genannt) wird jedem Artikel ein fester Lagerplatz zugewiesen, auf den auch wirklich nur dieser Artikel eingelagert werden darf. Diese Einlagerungsstrategie macht dann Sinn, wenn das Sortiment weitestgehend gleich bleibt und es keine hohen Bedarfsschwankungen gibt.

Jedem Lagerplatz ist dabei eine entsprechende Lagerkapazität zugewiesen. Sollte diese überschritten werden, werden die Waren auf spezielle Reservelagerplätze ausgelagert. Sinkt der Bestand jedoch unter den sogenannten Meldebestand, so wird eine Nachlieferung aus dem bereits erwähnten Reservelager angestoßen.

 

Freiplatzsystem

Im Gegensatz zum Festplatzsystem, wird beim Freiplatzsystem der Ware nicht von Anfang an ein fester Lagerplatz zugewiesen. Die Güter werden dort eingelagert wo zu dem Zeitpunkt des Wareneingangs bzw. der Einlagerung ein entsprechender Platz frei wird. Um allerdings sicher zu stellen, dass die Ware dann auch von anderen Mitarbeitern wieder gefunden werden kann, wird der zugewiesene Lagerplatz im entsprechenden IT-System (z. B. SAP ERP) hinterlegt.

Dieses System eignet sich vor allem für Unternehmen, deren Sortiment oft wechselt und welche mit häufigen Bedarfsschwankungen umgehen müssen.

 

Manuelle Einlagerung

Bei der manuellen Einlagerung, oder auch Sichteinlagerung genannt, wird kein Lagerplatz von der verwendeten Lagerhaltungssoftware vorgeschlagen. Der Mitarbeiter, der mit der Einlagerung betraut ist entscheidet selbst wo er die Ware einlagert und gibt dann die entsprechende Information an das System weiter. Diese Informationsübermittlung kann z. B. über WLAN-Scanner erfolgen.

 

Doppelspiel

Entscheidet man sich für den Einsatz einer Software zur Lagerverwaltung verbunden mit einem Lagerleitstand bzw. einem Staplerleitsystem, so besteht die Möglichkeit ein sogenanntes Doppelspiel zu verwenden.

Das Doppelspiel bedeutet, dass ein Mitarbeiter, der mit der Auslagerung von Waren beauftragt wurde, nach Abschluss der Aufgabe sofort einen Nachfolgeauftrag erhält, der sich wiederum mit der Einlagerung neuer Waren beschäftigt. So wird der Lagerdurchsatz gesteigert und Leerfahrten werden entsprechend größtenteils vermieden.

Was ist ein Staplerleitsystem (SLS)?

Staplerleitsysteme steuern als Logistiksysteme den Einsatz von Flurförderfahrzeugen und Staplern. Dabei wird die Auslastung der Flurförderfahrzeuge in der Logistik optimiert, auch unter Beachtung verschiedener Arten an Flurförderfahrzeugen.

Aufgabe von SLS ist die optimale Vergabe der Transportaufträge, egal ob es sich um Einlagerungen, Umlagerungen, Entnahmen, Bereitstellen, Nachschub oder Verdichten handelt. Die Effizienz der Flurförderfahrzeuge wird hierbei auf verschiedene Arten gesteigert:

  • Stapler werden auf dem kürzesten Weg durch das Lager geführt
  • Leerfahrten werden minimiert
  • Suchfahrten werden vermieden

Anstatt die Transportaufträge auf Papierbelegen zu disponieren, werden diese beim SLS direkt an Terminals am Stapler übertragen. Jeder Stapler hat ein Stapler-Terminal sowie einen Scanner installiert, die per Funk mit dem zentralen Lagerverwaltungssystem verbunden sind und die Kommunikation zwischen Staplerleitsystem und Staplerfahrer sicherstellen.

Weitere Informationen zum SLS in SAP finden Sie hier.

Einlagerungsstrategien in SAP

Um die gewählte Einlagerungsstrategie bestmöglich abzubilden, ist ein entsprechendes EDV-System meist unumgänglich. Die SAP bietet hierbei mit ihren Softwarelösungen ein breites Portfolio an Funktionen, die dafür verwendet werden können, Lagerprozesse entsprechend sicher und effizient zu modellieren.

Dabei muss allerdings unterschieden werden, ob für die Abbildung eines Lagers die Funktionen aus einem SAP WM oder gar einen EWM-System verwendet werden.

 

Sollten Sie Fragen zur Abbildung eines Lagers oder zur Optimierung Ihrer Ein- und Auslagerungsprozesse haben können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen, oder klicken Sie auf unsere Lösungsseite um vielerlei Informationen z. B. über SAP EWM zu erhalten.